Wort für Sonntag

P. Josef Denkmayr SVD

Kommt her, mir nach…. sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach“ – kurz gerufen und schon gewonnen. So schnell geht’s.

So schnell ging es bei den beiden Brüdern, Simon und Andreas.
Und kurz entschlossen dann auch die anderen beiden, Jakobus und Johannes:
Er rief sie und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus nach.

Ob es wirklich so schnell ging?
Ob die Jünger wirklich von einer Sekunde auf die andere alles liegen und stehen gelassen haben, um Jesus zu folgen?

Ich glaube, dass ist hier gar nicht unbedingt die wichtige Frage. Vielmehr scheint mir die Frage wichtig: Was hat es den Jüngern so leicht gemacht, diesem Jesus zu folgen?
Drei Worte fallen mir bei dieser Erzählung ein und über diese möchte ich ein wenig nachdenken. Die Worte:
Begeisterung - Gemeinsamkeit - Entschiedenheit

Begeisterung also das erste Wort.
Und dabei denke ich nicht zuallererst an die Begeisterung der ersten Jünger. Vielleicht hielt sich diese sogar noch ziemlich in Grenzen. Die Jünger spürten vielleicht zuallererst einmal viel Unsicherheit: Worauf lassen sie sich da jetzt ein?
Aber da muss eine große Begeisterung von Jesus selber ausgegangen sein. Er muss selber ganz und gar erfüllt gewesen sein von seiner Sendung. Und deshalb konnte er andere damit anstecken. Und diese Begeisterung, so denke ich, war nicht eine von ihm selber gemachte. Begeisterung hat etwas mit Geist zu tun. Be-geist-erung. Bei der Taufe Jesu, so haben wir es erst kürzlich gehört, kam der Heilige Geist auf ihn herab. Und von diesem Heiligen Geist war Jesus ganz und gar durchdrungen. Und als begeisterter Mensch konnte er auch andere zur Nachfolge bewegen.
Nur wer selber begeistert ist, kann auch in anderen eine Begeisterung wecken.
Auch wir alle sind durch die Taufe und besonders dann durch die Firmung mit dem Heiligen Geist beschenkt. Lebt dieser Geist noch in mir? Spüre ich in mir eine Begeisterung für die Sache Jesu? Und kann ich mit meiner Begeisterung auch andere bewegen?
Die Begeisterung Jesu hat diese Jünger, diese Fischer, zur Nachfolge bewegt. Begeisterung also war das erste Wort.

Das zweite Wort: Gemeinsamkeit
Es fällt auf, dass Jesus in dieser Berufungsgeschichte immer zwei Brüder gemeinsam ruft: Simon und seinen Bruder Andreas, Jakobus und seinen Bruder Johannes. Jesus braucht anscheinend keine Einzelkämpfer.
Jesus beruft zur Gemeinschaft, zur Gemeinsamkeit. Jesu Nachfolge zu leben, unseren Glauben zu leben, das braucht Gemeinschaft.
Viele Menschen sagen heute: Ich kann meinen Glauben ganz gut alleine leben. Ich gehe in den Wald oder auf einen Berg, und dort kann ich Gott spüren und zu ihm beten. Das ist schön. Ich meine aber, das ist nicht alles. Glaube braucht die Gemeinsamkeit. In einer Gemeinschaft lässt sich der Glaube noch einmal auf eine ganz neue Weise erfahren und leben.
Und auch das führt mich zu Fragen: Bin ich dankbar für die Gemeinschaft, die wir hier vor Ort leben, hier in unserer Pfarre? Bin ich offen für die Menschen um mich? Erlebe ich sie als meine Weggefährten?

Und damit zum dritten Wort: Entschiedenheit
„Sofort ließen sie ihre Netze liegen“ – heißt es im Evangelium. Sofort – sehr entschieden also. Aber da steckt noch mehr dahinter. „Entschiedenheit“ hat etwas mit „Scheiden“ zu tun. Sich von etwas trennen.
Die Jünger ließen ihre Netze zurück. Sie waren bereit, das aufzugeben, was ihnen bisher wichtig war. Oder wenn ich es weiterdenke: Sie waren bereit, das loszulassen, was sie gefangen hielt. Netze halten fest, Netze halten gefangen.
Und auch hier wieder Fragen an uns selber:
Gilt es auch in meinem Leben Dinge, die ich eigentlich loslassen sollte? Wovon sollte ich mich trennen, um mehr frei zu sein? Was hindert mich, meine Berufung, meine Nachfolge besser zu leben?

Entschuldigung …
Heute habe ich Ihnen – und mir auch – viele Fragen gestellt.
Und viele Gedanken zu den Worten: Begeisterung, Gemeinsamkeit und Entschiedenheit.
Vielleicht können Sie sich jetzt nur mehr an einen Gedanken erinnern oder an eine Frage. Das genügt. Es genügt, um darüber nachzudenken, was der Ruf zur Nachfolge für diese Fischerleute mit mir zu tun haben könnte.
Wo ruft Jesus mich? Wo braucht er mich?

HL. MESSEN

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